Zhang Xuejiao

Education

2000
Beijing Film Academy, BA in photography, Beijing, China

 

Career

1999–2002
Photographer for “New Weekly Magazine”, Guangzhou, China

2002–2006
Freelance photographer

2006–2007
Served as photo editor and photographer for 21st Century Business Herald

2009
Photographer for “Elite China”, Beijing, Paris, Italy

2009–Now
Freelance photographer, Artist

 

Solo & Group Exhibitions

2011
Zhang Xuejiao, Wendy Hack, “San Beng Zi, Part II”

2010
Zhang Xuejiao, Wendy Hack, “San Beng Zi”, MK2 Art Space, Beijing, China

2010
Photography + Dance, Pingpong Art space, Guangzhou, China

2009
“FEIHUA”, Solo exhibition, Pickled Art Unit One, Beijing, China

2008
“Fringe Club”, Group Exhibition, Hong Kong SAR

2008
“H & T”, Solo Exhibition, No.75 Gallery, Guangzhou, China

2005
Exhibition, Zinc Bar, Guangzhou, China

Die meisten meiner Arbeiten resultieren aus Selbsterforschung und -verständnis. Das mag egozentrisch klingen, aber ich muss sagen, dass dies der Kern meiner Arbeit ist. Obwohl manche Werke sich auf soziale Realitäten beziehen, ist dies nicht der Haupt-Fokus meiner Kunst. Ich schaffe Kunst vielmehr, um mich selbst zu erkunden und verstehen.

Ich wuchs auf in einem abgeschotteten Schul-Umfeld, umgeben von Literatur und strengen Studienplänen. Die Umstände meiner Kindheit waren simpel und voller Freude. Ich werde nie die wechselnden Jahreszeiten vergessen in meinem Campus in Nordchina, meine Mutter mit Ihrer Liebe und Güte für ihre beiden Töchter, ihren an Sturheit grenzenden starken Willen. In diesen Jahren der roten Revolution lehrte Mutter Englisch an der Mittelschule und hatte einen stählernen Charakter. Meine Schwester und ich verstanden nie, warum sie heimlich weinte, und anschließend wieder mit vollem Einsatz Unterrichtsstunden hielt. Dass sie es schaffte, Jahrgang um Jahrgang von Schülern den Zugang zu den besten Hochschulen zu ermöglichen, brachte ihr viel Anerkennung. In dieser Zeit zählten Werte wie Aufopferung und Freigiebigkeit.

Ich habe ein Verlangen nach Freiräumen und fürchte darum, diese zu verlieren. Der Geist braucht eine Heimat, ohne diese ist er wie ein Nomade. Der menschliche Körper ist anpassungsfähig, aber was ist der Körper wert ohne den Geist?

Ich habe mich daran gewöhnt, isoliert zu leben. Gebunden zu sein an einen Beruf und jeden Tag im Büro zu arbeiten fällt mir schwer. Vielleicht stammt dies von meiner Furcht mit Menschen umzugehen, oder weil ich so abgeschottet aufgewachsen bin. Jedoch konnte ich mich schon immer gut auf Dinge konzentrieren, die mich interessieren, ohne mich ablenken zu lassen. So verbrachte ich viel Zeit mit Büchern oder alleine auf Reisen. Mein Durchhaltevermögen speist sich aus Geduld und Interesse. Allerdings bin ich selbst manchmal überrascht, wie ich so viel allein sein kann, ohne Einsamkeit oder Langeweile zu verspüren. Alleine zu reisen empfinde ich als die gründlichste Herausforderung. Ich habe versucht, Reisen und Alltag zu trennen, fand aber heraus, dass es unmöglich war beides zu trennen. Sobald ich meine sichere, bekannte Umgebung verlasse, entferne ich mich auch von eingeschliffenen Denkmustern, die mich sonst behindern. Auf Reisen mache ich neue Erfahrungen, die mir neue Horizonte öffnen, mich unabhängig fühlen lassen und bei mir zu einem

besseren Verständnis des Lebens und der Welt führen. Es ist wie ein Trip ins spirituelle Exil, ein Gefühl der Wiedergeburt, oder absolute Freiheit. Durch diesen Lebensstil besuche ich auch erneut Orte meiner Erinnerung, möglicherweise aufgrund der Erfahrungen mit meiner Familie. In Bewegung zu bleiben ist für mich seit ich erwachsen bin der einzige Weg mein wahres Ich kennenzulernen, mich der nostalgischen Stimmungen meiner Kindheit zu erinnern, und dem Teil meines Selbst, der nicht verloren gegangen ist.

Relativ unabhängig zu sein ist eine zwingende Voraussetzung dafür, mein Ich und meine Einzigartigkeit zu erhalten. In Nepal früh morgens auf dem Durbar Platz zu stehen und die Leute in den ersten Sonnenstrahlen spazieren gehen zu sehen, die Farben der Tempel unter dem blauen Himmel, zusammen mit der ruhigen, altertümlichen Musik, dieser Augenblick war für mich der friedlichste auf der Welt.

Fremde Kulturen zu akzeptieren hat nichts mit Assimilation zu tun. Ich bin der Ansicht, dass traditionelle Kultur vom Aussterben bedroht ist. Ein Teil meiner Werke beschäftigt sich hiermit. Kultur teilt sich die ganze Menschheit gemeinsam, deswegen ist die Absorption und das Akzeptieren von Kultur anderer Nationen notwendig für das Schaffen meiner Kunst und die Suche nach meiner Zugehörigkeit. Mit dem Verlust des Sinns meiner kulturellen Zugehörigkeit wird es mir möglich, zu suchen, aufzufüllen und zu ersetzen. Wie das Gefühl von Nostalgie, das mich lange verwirrt und herausgefordert hat. Nostalgie fühle ich nicht nur in China, sondern auch in Indien, wo ich in der Mitte einer Straße voller Kuh-Mist stehe und süße Milche trinke, deren Geschmack mich plötzlich an meine Kindheit erinnert.

Ich bin auch interessiert an einem Austausch mit der spirituellen Welt. Meine frühen Schwarz-Weiß und Selbstporträt-Serien beschäftigen sich damit.